James – klein, praktisch und gleich zweimal genäht
Auf der Suche nach einem kleinen Nähprojekt für zwischendurch bin ich in der Nähgang auf den „James“ gestoßen.
James ist ein Schnittmuster für einen Organizer mit Zwischenfach und integriertem Nadelkissen.
Perfekt! Ordnung am Schneidetisch und an der Nähmaschine – genau das wollte ich.
Das Schnittmuster gibt es in zwei Varianten: den kleinen James mit einem Zwischensteg und den großen James mit zwei Zwischenstegen.
Ich entschied mich für die kleine Version. Geplant war ein fester Platz für meine Stoffklammern und eine hübsche Aufbewahrung für Nadeln, die sonst gern überall herumliegen.
Ein UFO bekommt eine zweite Chance
Die Stoffauswahl war schnell getroffen.
In meinem Nähzimmer lag noch ein UFO-Projekt (UnFertiges Objekt), bei dem ich irgendwann aufgegeben hatte. Die Anleitung und ich waren einfach keine Freunde geworden. Die Stoffe waren allerdings bereits zugeschnitten und verstärkt.
Und eigentlich war der Stoff viel zu schön, um weiter in einer Kiste zu liegen.
Überall kleine Nähutensilien auf einem kräftigen Dekostoff – wie gemacht für einen Organizer.
So wurde aus einer nie fertig gewordenen Projekttasche mein erster James.
Das Muster steht Kopf
Beim Nähen mit gemusterten Stoffen sollte man immer darauf achten, dass das Motiv später in die richtige Richtung zeigt.
Das hatte ich mir während des Nähens immer wieder gesagt.
Wirklich immer wieder.
Und dann war er fertig.
Mein erster James.
Klein, praktisch und wirklich niedlich geworden.
Leider standen sämtliche Motive auf dem Stoff auf dem Kopf.
Das darf doch nicht wahr sein!
Dann eben noch einmal
Für einen kurzen Moment war ich ziemlich genervt.
Dann habe ich beschlossen, meine Energie nicht auf den Fehler zu verschwenden, sondern einfach einen zweiten James zu nähen.
Zum Glück ist das Projekt schnell genäht.
So zog kurz darauf James Nummer zwei bei mir ein – diesmal mit richtig herum stehendem Muster.
Heute steht einer direkt an meiner Nähmaschine und der andere am Schneideplatz.
Und ganz ehrlich: Ich mag beide.
Den einen wegen seiner Funktion.
Den anderen, weil er mich jedes Mal daran erinnert, dass selbst dann etwas Schönes entstehen kann, wenn nicht alles nach Plan läuft.
Manchmal sind es genau diese kleinen Projekte, die im Alltag die größte Freude machen.
