Der erste Quilt. Warum war ich nur so aufgeregt, als ich darüber nachdachte mir eine Decke zu nähen, denn nichts anderes ist es doch wenn man einen Quilt anfertigt…oder???
Ganz klar: Nein! – Es ist ganz anders. Ein tatsächliches Gesamtkunstwerk kann man dabei erschaffen, oder es natürlich komplett versauen (sorry).
Ich überlegte im Vorwege was ich denn wohl als Erstes quilten wollte. Nicht so riesig wie ein Bettquilt und nicht so schwierig, aber auch nicht belanglos. Und in jedem Fall sollte es nicht zu bunt werden. Am liebsten hätte ich einen Lonestar-Quilt genäht, aber das fand ich dann doch zu ambitioniert.
Die Entscheidung fiel auf einen Couch-Quilt – ich wollte einen Gingham-Quilt machen. Größe und Muster waren also gefunden.
Ich schaute also den Gingham-Quilt-Kurs in der Nähgang ein zweites Mal an und dann ging es los.

Erstes Patchwork-Projekt

Das ist übrigens mein erstes Patchworkprojekt: Ein Hundekissen.

Quadrate aneinandernähen geht also schon einmal.

Bei diesem Projekt habe ich alte Jeans verarbeitet. Das sind enorm viele Quadrate, die ich einfach drauflos zusammengenäht habe. Das Kissen liegt in meinem Nähzimmer und Hudson schlummert da sehr gerne drauf.

Das aber nur am Rande, weil mir das Bild gerade dazwischen kam.

Nun weiter mit meinem ersten Quiltprojekt, bei dem auch „gepatchworked“ wurde.

Die Stoffauswahl:

Ich machte es mir leicht und wählte ein kuratiertes Farbmix-Bundle und einem 80/20 Quilt-Vlies aus dem Shop von das-mach-ich-nachts.

Der Rückseitenstoff ist von IKEA. Da kann man für sehr wenig Geld 3m lange Stoffe für unter 10€ kaufen – jedenfalls zu diesem Zeitpunkt.

Mein Nähzubehör hatte ich entsprechend der Empfehlungen ergänzt um 2 Quilt-Lineale, 2 Nähfüsse, einen Clapper zum bügeln und ein Garnset mit Aurifil-Garnen mit sogenannten Chamäleon-Eigenschaften.
Gemerkt? Ich hab sie drauf –  die Quilt-Vokabeln! Ich verstehe sogar was ich da geschrieben habe.
Es dauerte ein paar Tage, dann konnte ich die wunderschöne Lieferung von DMIN öffnen und auch da große A hatte ein paar Lieferungen für mich, die ich vermeintlich für meinen ersten Quilt brauchte.

Das Design

Ich habe also endlos viele Quadrate der Farben geschnitten, die ich so besonders schön fand und die überaus gut in unser Wohnzimmer passen.
Eigentlich wollte ich ja ein Gingham-Top machen – dazu hätte ich nur 3 Farben gebraucht. Aber dazu konnte ich mich nicht durchringen. Die Stoffe fand und finde ich einfach schön.

In welcher Reihenfolge sollten die Quadrate aneinander genäht werden?

Zwischen diesen Varianten wollte ich mich entscheiden:

Piecing

Nun habe ich alle Quadrate in meiner Designauswahl Streifen für Strefen zusammengenäht.

Ehrlich gesagt dachte ich, dass das länger dauern würde und das mich diese doch recht eintönige Näharbeit vielleicht langweilt. Das tat sie nicht. Es war erstaunlich entspannend.

Basting

Das Top ist genäht und gebügelt. Vlies und Rückseitenstoff werden nun großzügig zugeschnitten und hinter dem Top befestigt. Vor dem quilten eine lange Naht rund um den künftigen Quilt.

Quilten

Jetzt geht’s richtig los. Bis hierher bin ich absolut happy. Nun kommt das was ich etwas gefürchtet habe. Ein (mein) Couch-Quilt ist nicht riesig und trotzdem fürchte ich diese Stoffmengen durch meine normale Nähmaschine zu bekommen, ohne dass sich irgendwas festfrisst, oder ich die Nähte total verderbe.

Es nützt ja nichts. Mein Quilting ist sehr simpel. Ich fahre einfach an den Quadraträndern entlang und versetze immer um einen festen Abstand (mein Nähfuß war hilfreich!)

Das quilten hat einige Zeit in Anspruch genommen. Ich brauchte doch eine Menge Geduld. Der Stoff musste immer wieder gewendet und / oder eingerollt werden, damit ich ihn durch den Durchlass der Maschine bekam. Das hier sind meine ersten Quiltnähte.

Binding und fertig

Nachdem das Quilting fertig war, fehlte nur noch das Binding. Ich muss nochmal erwähnen wie unglaublich hilfreich die Videos der Nähgang waren. Das Binding (also das einfassen des Quilts) hat erstaunlich gut geklappt.

Fazit und Impressionen aus dem Wohnzimmer

Würde ich es wieder tun? Auf jeden Fall. Ich habe so irre viel gelernt. Quilten ist eine andere Art des nähens. Sicher würde ich nicht jede Woche einen Quilt machen, aber gezielte Projekte wird es ganz sicher geben. Ich hätte gerne Sommerbettdecken. Die würden dann aber nicht so doll gequiltet werden. Dieser Quilt ist recht fest geworden.

Hier eine kleine Impression aus dem Wohnzimmer. Es ist kein Stofftier und es hat ihn auch niemand gezwungen sich so hinzulegen. Lustig fanden wir es aber schon. Eine Hundedecke ist mein Erstling dennoch nicht geworden.

 

Mit Liebe genäht. Mit Liebe geschrieben.

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