Die Schollies
Was schenkt man jemandem, der eigentlich nichts mehr braucht, was sich käuflich erwerben ließe?
Vor dieser Frage stehe ich jedes Jahr, wenn ich an das Osterfest denke und den Besuch meiner Schwiegermutter.
Meine Schwiegermutter kann im Moment etwas Aufmunterung gut gebrauchen. Also habe ich mich entschieden, ihr Topflappen zu nähen.
Natürlich keine gewöhnlichen.
Schollies sollten es werden.
So nennen wir unsere Topflappen hier. Sie baumeln in unserer Küche – und jedes Mal, wenn ich sie ansehe, muss ich lächeln. Ich finde sie einfach zauberhaft.
Meine Tochter hat auch ein Schollie-Paar mit nach Wien genommen und freut sich dort über ihre „Süßies“.
Vielleicht gelingt es mir ja, meiner Schwiegermutter mit diesen kleinen Küchenhelfern ebenfalls ein Lächeln zu schenken.
Also: ran an die Nähmaschine.
Das Schnittmuster
Es ist Scholle-Kuscheltier von „Von Lange Hand“ ist eigentlich ein Stofftier fürs Kinderzimmer.
Ich konnte nicht widerstehen, als ich es auf Social Media entdeckt habe. Ich wusste noch gar nicht, was ich daraus machen würde – aber ich musste es einfach haben.
Erste Modellversuche
Zuerst habe ich die Scholle ganz klassisch nach Anleitung genäht. Sie wurde ziemlich groß.
Dann begann ich zu experimentieren und habe das Schnittmuster verkleinert – denn mir war die Idee mit den Topflappen gekommen.
Im Laufe meiner Versuche entstand ein ganzer Schollenschwarm, der heute als eine Art Mobile im Nähzimmer baumelt. Wegwerfen konnte ich die kleinen Testobjekte einfach nicht.
Irgendwann war es dann soweit: Die ersten Schollie-Topflappen waren fertig – und sind direkt in unsere Küche eingezogen.
Das Ostergeschenk
Für das Ostergeschenk habe ich also meinen verkleinerten Schnitt wieder hervorgeholt und in meinen Stoffschätzen gestöbert.
Meine Wahl fiel auf einen hellgrauen Canvas, kombiniert mit Thermolam als Vlies.
Der Zuschnitt
- 4x Körper
- 4x Kopfteil
- 4x kleine Flosse
Die Flossen habe ich aufgezeichnet, den Stoff doppelt gelegt und direkt entlang der Linie zusammengenäht.
Vorbereitung Schollenvorderseite
Jeweils ein Körperteil wird mit zweilagigem Thermolam belegt.
Anschließend steppe ich die Markierungen für die Gräten auf.
Die typischen Schollenpunkte habe ich von Hand aufgestickt – dieses Mal bunt, weil ich es einfach fröhlicher finde.
Nun ist der Kopf dran:
Ich übertrage die Positionen der Augen und sticke sie ebenfalls von Hand auf.
Die Kopfteile verstärke ich mit einlagigem Thermolam.
Aufhänger für die Topflappen
Bevor alles zusammengenäht wird, fertige ich noch die Aufhänger.
Dafür habe ich aus dem Canvas ein eigenes Schrägband erstellt, gebügelt und knappkantig abgesteppt.
Fertigstellung der Schollen
Jetzt werden alle Teile zusammengesetzt.
Die Rückseite der Schollen habe ich übrigens nicht verstärkt.
Wichtig:
Am hinteren Kopfteil die Wendeöffnung nicht vergessen!
Vorder- und Rückseite werden rechts auf rechts zusammengenäht und anschließend gewendet.
👉 Kleiner Tipp:
Am besten mit der Schwanzflosse beginnen und diese sauber ausformen – dann geht der Rest deutlich leichter.
Zum Schluss nur noch die Wendeöffnung schließen, alles gut bügeln – fertig!
Ich bin sehr gespannt, was meine Schwiegermutter dazu sagen wird.
