2025 war kein lautes Jahr. Aber ein klärendes.
In diesem Jahr bin ich 60 geworden.
Und statt mich zurückzulehnen, habe ich Neues gelernt.

Ich habe mich in Nähtechnik vertieft, quilten gelernt,
digitale Werkzeuge ausprobiert und Projekte beendet,
die sich nicht mehr richtig angefühlt haben.
Dieser Jahresrückblick 2025 ist kein Monatsprotokoll.
Er erzählt davon, wie sich viele lose Fäden zu einem tragfähigen roten Faden verbunden haben.
In diesem Jahr bin ich genau mein Thema angegangen: Nähen, Selbermachen und sichtbar werden.
Vom Zuviel zur Kurskorrektur
Im Frühjahr 2025 schrieb ich für drei Blogs.
Einen für mich. Einen für eine Freundin. Und einen ganz neuen: Fetch & Stitch.
Meine Idee zu Fetch & Stitch war klar:
Nähen und DIY für Hunde – das ist meine Nische.
Ich suchte einen Namen, entwickelte ein Branding, schrieb Inhalte.
Und war mir erstaunlich sicher, dass das genau der richtige Weg ist.
Sobald die Chance bestand, meldete ich mich im Sommer bei VIB (Very Interesting Blogger) an.
Ich lernte viel, schrieb viel – und merkte trotzdem:
Je mehr ich machte, desto enger fühlte es sich an.
Im Oktober habe ich Fetch & Stitch losgelassen.
Nicht aus Frust – Sondern wegen der neuen Klarheit.
Erst danach wurde mir bewusst, dass Elbwisch längst alles enthält, was mir wichtig ist:
Nähen. Hunde. Schreiben. Lernen. Digitale Tools.
Und meinen Blick auf all das – aus meinem Leben heraus, kein Grund bei Null anzufangen.
Das war rückblickend einer der wichtigsten Schritte des Jahres.
Lernen mit 60? – kein Mut erforderlich
Anfang des Jahres stolperte ich über einen Facebook-Fund:
Schnittanpassungen mit Eva Küpper.
Ein dicker Ordner voller Anleitungen, wie man ein Basic-Kleid näht –
und es wirklich an die eigenen Maße anpasst.
Nicht an Konfektionsgrößen. Nicht an Ideale.
Für mich war das eine kleine Offenbarung.
Kurz darauf nähte ich meine erste Jacke nach diesem Prinzip.
Petrolfarbener Stepper, Futtertaft aus einem Hamburger Stoffladen,
selbst bezogene Knöpfe.
Diese Jacke sitzt.
Im September suchte ich mir eine weitere Herausforderung: Ich wurde Mitglied in der Nähgang.
Klingt nicht spektakulär? Für mich war und ist es das. Hier geht es um quilten und Taschen nähen.
Nähtechniken erlernen und verfeinern. Mit einer Community und vielen Experten.
Die Herausforderung für 2026: Ich will die Technik FPP lernen.
Sowohl die Schnittanpassungen, als auch die Nähgang stehen sinnbildlich für etwas Größeres:
Ich kann mir Dinge aneignen. Auch jetzt noch.
Das gilt nicht nur fürs Nähen.
Sondern auch für digitale Werkzeuge.
Große Projekte, kleine Fehlentscheidungen
Zwischen den Feiertagen 2024 hatte ich beschlossen, mir wieder eine Stickmaschine zuzulegen.
Gebraucht sollte sie sein – ich kenne mich, Haben ist besser als Brauchen.
Ich fand ein vermeintliches Schnäppchen bei Kleinanzeigen.
Die Kommunikation war freundlich, der Preis gut.
Was ankam, war ein völlig verknautschter Karton.
Und eine Stickmaschine, die deutlich gelitten hatte.
Der Deal ließ sich nicht mehr rückgängig machen.
Also suchte ich eine Werkstatt.
Die Maschine wurde repariert – und funktioniert heute einwandfrei.

Fazit:
Nie wieder große Technik ungeprüft versenden lassen.
Aber auch: Manchmal wird aus einem Fehlkauf trotzdem etwas Gutes.
Parallel dazu wuchsen andere Projekte.
Im Februar begannen wir mit der Planung unseres Gartens.
Der hintere Teil brauchte dringend eine neue Struktur.

Fast zeitgleich kam ein Wasserschaden im Bad dazu.
Aus „irgendwann mal“ wurde „jetzt sofort“.

Die Badsanierung zog sich bis zum Jahresende.
Sie war anstrengend, langwieriger als gedacht –
und am Ende trotzdem schön.
2025 war auch ein Jahr, in dem ich gelernt habe:
Nicht alles lässt sich beschleunigen.
Video, CapCut und der Mut, etwas liegen zu lassen
Im Juli drehte ich die ersten Sequenzen für ein Hundehalsband-Tutorial.
Ich wollte ein Video daraus machen.
Ich hatte sogar schon ein Webinar zu CapCut geschaut.
Verstanden hatte ich vieles – nur lag das alles schon zu lange zurück.
Das Ergebnis?
Ein Video, das aussah, als hätte ich mehr gebügelt als genäht.
Der Garten brauchte Aufmerksamkeit.
Drei Blogs wollten Inhalte.
Und manchmal fehlt schlicht die Zeit, um nochmal ganz von vorne anzusetzen.
Also blieb das Video liegen.
Da liegt es noch heute und wartet darauf neu geschnitten zu werden.
Heute weiß ich:
Das war kein Scheitern.
Das war ein Pausenknopf.
Ein kleiner Klick – ein großer Schritt
Kurz vor Jahresende habe ich etwas getan, das ich viel früher hätte tun können –
und trotzdem genau jetzt richtig war.
Ich habe mein erstes Video auf YouTube hochgeladen.
Kein perfektes Video. Kein großes Tutorial.
Sondern ein Short. Kurz, einfach, sehr einfach.
Ein Video, das fast ein Jahr zuvor entstanden war.
Mit kleinen Hängern, ohne perfekten Hintergrund –
und mit dem offenen Satz: Das ist mein erstes Video.
Es war überraschend aufregend, auf „Veröffentlichen“ zu klicken.
Und gleichzeitig erstaunlich leicht.
Dieses Short ist kein Meilenstein für den Algorithmus.
Aber einer für mich. Zu finden auf Youtube in meinem Kanal Elbwisch.
Denn damit habe ich mir selbst gezeigt:
Ich muss nicht warten, bis alles perfekt ist.
Ich darf Dinge anfangen, ausprobieren – und sichtbar machen.
Und genau das ist die Haltung, mit der ich ins Jahr 2026 gehe.
Abschiede, die alles leiser machen
Im November ist meine alte Labrador-Hündin gestorben.
18 ½ Jahre war sie an meiner Seite.

Das Rudel wurde kleiner.
Henry und Hudson blieben – und fanden ihren neuen Platz.
Drei Wochen später gab es einen weiteren Todesfall in der Familie.
Unser Jahresabschlussurlaub begann mit einer Beerdigung.
Die Vorweihnachtszeit war still.
Nicht feierlich, nicht leicht.
Manche Lücken schließen sich.
Andere bleiben – und brauchen Zeit.
Auch das gehört zu einem Jahr.
Was 2025 mir wirklich gezeigt hat
2025 hat mir Klarheit gebracht.
Nicht auf einen Schlag.
Sondern langsam, Stück für Stück.
Ich weiß jetzt, dass ich mein Hobby Nähen
mit meinen Hunden,
meiner Freude am Schreiben
und meinem Wissen über digitale Tools
miteinander verbinden kann.
Und dass mein Alter dabei keine Einschränkung,
sondern eine Perspektive ist.
Elbwisch ist der Ort, an dem all das zusammenkommt.
2026 wird ein arbeitsreiches Jahr, das gut vorbereitet ist.
Bewusst gesetzte Aufgaben, die schon jetzt versprechen:
2026 wird ein spannendes Abenteuer.

Liebe Dagmar,
warum solltest Du mit 60 nicht auch noch Neues lernen und Neues machen??? Wenn ich etwas sehe, dann schau ich immer, ob ich es nachmachen kann. Ganz unabhängig vom Alter. Und wenn ich mehr weiß als meine technik-affinen Kinder, dann freue ich mich wie eine Schneekönigin 😉
Ich schaue mir Dein Abenteuer-Jahr gerne mit an und freue mich auf Deine quiltigen Werke.
Alles Gute im Neuen Jahr,
Martina
Liebe Martina, oh was mich das freut, dass du meinem Abenteuer folgst – ganz lieben Dank dafür. Meine Tochter ist in technischen Dingen meistens eine Nasenlänge voraus. Sie meint – sie wüsste ja von wem sie das hat (was mich natürlich schon ein bisschen stolz macht).
Für Dich auch alles Gute im neuen Jahr. – Liebe Grüße an Dich