Das Shirt ist fertig genäht – nur noch die Säume. Dieses Mal soll kein Bündchen dran – es soll einfach nur umgesäumt werden. Und dann passiert, was nicht sein soll – vielleicht sieht ein Anderer gar nicht, dass der Saum nicht so ist, wie bei einem gekauften Shirt. Aber du weißt: Die Säumen sind wellig!! Was jetzt?
Wo finde ich gute Erklärungen?
Damit du nicht lange suchen musst, habe ich dir ein paar hilfreiche Tutorials zusammengestellt, die mir geholfen haben.
Entscheidend ist womit du weitermachen willst:
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Saum mit der Zwillingsnadel?
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Saum mit Nahtband?
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Mit der Nähmaschinennaht?
Gute Tutorials gegen
wellige Säume:
Grundsätzlich erklärt von Courleys im Blog. Hier gehen sie auf alle möglichen Saumprobleme ein. Sehr ausführlich erklärt.
Sewsimple geht im Blog auf die 20 wichtigsten Säume ein. Sehr umfangreiche Anleitung. Wenn du einen bestimmten Saum erklärt haben möchtest, dann schau hier
Wer nicht so viel lesen mag, findet gleich gezielte Maßnahmen:
Saum mit der Zwillingsnadel nähen:
- Auf YouTube zeigt Näh-Café wie das nähen mit der Zwillingsnadel funktioniert. Es gibt wertvolle Hinweise zur Fadenspannung!
- Kurz und praktisch auch auf YouTube erklärt Anna von einfach nähen. das säumen mit der Zwillingsnadel.
Mit unkonventionellem Tipp für alle die keinen 2. Garnrollenhalter haben. - Wer lieber liest, statt Video zu gucken, findet eine ausgezeichnete Anleitung auf dem Bernina-Blog.
Saum mit dem Nahtband verstärken:
- Auch hier finde ich die Erklärung von Anna in einem kurzen Video sehr hilfreich. Hier geht es zwar erst um Teilungsnähte bei dehnbaren Stoffen, aber auch bei Säumen funktioniert ihre Erklärung richtig gut. Schau mal: einfach-nähen
5 Tipps für Jersey-Säume:
1. Dehnbaren Stich verwenden
Wenn du mit normalem Geradstich nähst, zieht sich der Stoff zusammen.
👉 Besser:
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kleiner Zickzack (z. B. 0,5–1 mm Breite)
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oder der elastische Stich deiner Maschine
So kann sich der Stoff bewegen, ohne Wellen zu schlagen.
2. Stichlänge auf ca. 3 mm erhöhen
Zu kleine Stiche kräuseln Jersey.
👉 Teste 2,8–3 mm.
3. Jersey- oder Stretchnadel einsetzen
Eine falsche Nadel verschiebt die Maschen.
👉 Nimm eine Stretchnadel (75 oder 80).
Das macht oft mehr Unterschied, als man denkt.
4. Nähfußdruck reduzieren (sehr wichtig!)
Jersey wird durch zu viel Druck gedehnt.
Wenn deine Maschine das kann:
👉 Druck etwas runterstellen und Probenaht machen.
5. Saum vor dem Nähen stabilisieren
Das ist der Gamechanger bei welligen Säumen:
👉 Bügle Formband oder schmales Nahtband in den Saum.
Alternativ: Streifen aus dünnem Vlies oder Wondertape.
Das verhindert, dass sich die Kante ausleiert.
Wenn der Saum jetzt schon wellig ist:
Mit Dampf bügeln (nicht schieben, nur aufsetzen und abdampfen). Oft legt sich das wieder.
Wenn du ehrlich willst:
90 % der welligen Jersey-Säume kommen von zu viel Zug am Stoff oder zu viel Nähfußdruck. Achte beim nächsten Mal ganz bewusst darauf – das ist meist die Lösung.
