Manchmal weiß man es eigentlich besser.
Und manchmal näht man trotzdem einfach drauflos. Genau so ging es mir bei diesem Projekt.
Ausgelöst durch den Newsletter von SewSimple habe ich mir das Schnittmuster Sweater Timea gekauft. Der Schnitt wird als leger beschrieben – perfekt also für einen kuscheligen Winter-Sweatstoff. Besonders gefallen hat mir sofort der breite V-Ausschnitt mit der schönen Spitze. Lässig, aber nicht langweilig.
Also habe ich das Schnittmuster ausgedruckt, geklebt, ausgeschnitten und direkt losgelegt. Der Stoff stand für mich sofort fest – genau dieser weiche, gemütliche Sweat schoss mir in den Kopf, als ich das Schnittmuster gesehen habe.
Das Missgeschick
Was ich allerdings gemacht habe:
👉 Ich habe meine Maße ignoriert.
Stattdessen dachte ich: „Schön weit und gemütlich soll er sein“ – und wählte einfach eine Nummer größer als sonst.
Normalerweise gleiche ich den Papierschnitt noch mit einem gut sitzenden Schnittmuster ab.
Normalerweise.
Dieses Mal nicht.
Der Nähprozess
Und so nähte ich völlig arglos meinen Sweater.
Der V-Ausschnitt ist eine kleine Herausforderung, aber hier ein großes Lob: Die Anleitung ist wirklich gut und sehr detailliert. Zusätzlich empfehle ich ausdrücklich das YouTube-Video von SewSimple – damit gelingt der Ausschnitt richtig sauber.
Präsentation des fertigen Werks
Recht zufrieden präsentierte ich mein Werk schließlich meinem Mann.
Schweigen.
„Jaaa … mmmmh …“
(Mein Mann ist nicht unbedingt für wortreiche Belobigungen bekannt – aber das war selbst für seine Verhältnisse bemerkenswert einsilbig.)
Dann kam der Nachsatz:
„Gemütlich sieht er ja aus, aber ins Büro ziehst du ihn besser nicht an.“
Oups.
Vielleicht hätte ich vorher einfach mal in den Spiegel schauen sollen.

Denn ja: Der Sweater war viel zu üppig. Und obwohl ich die mittlere Länge gewählt hatte, war er auch noch zu lang.
Zu allem Überfluss habe ich sogar ein YouTube-Video erstellt. Wenn du willst, kannst du ja HIER mal gucken (ist kurz)
UFO – oder Rettungsaktion?
Also wanderte er erst einmal zurück ins Nähzimmer – auf den berühmten Stapel der unfertigen Projekte.
Nach etwa einer Woche habe ich ihn mir noch einmal vorgenommen. Komplett auftrennen wollte ich ihn nicht. Also startete ich einen Rettungsversuch:
• Ärmel gekürzt
• Saumbündchen entfernt
• Gesamtlänge gekürzt
• Saum ohne Bündchen mit Elastikstich umgenäht
Das Ergebnis
Und was soll ich sagen:
Ich finde das Ergebnis absolut tragbar. Klar, die Weite bleibt – aber so ist der Sweater gemütlich, ohne komplett unförmig zu wirken. Und manchmal darf ein Kleidungsstück einfach nur bequem sein.

Mein Learning
👉 Achte auf die Maße. Nicht schätzen.
Diese paar Minuten Messarbeit sparen am Ende Zeit, Nerven und Material. Und ehrlich: Sich nach dem Nähen über sich selbst zu ärgern, braucht wirklich niemand.
Ist dir das auch schon einmal passiert – dass ein Schnitt plötzlich viel größer ausfiel als gedacht?
Wie hast du dein Projekt gerettet? Schreib mir gern in die Kommentare 💬
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Für einen Blick hinter die Kulissen findest du im digitalen Tagebuch Hintergründe, Erfahrungen oder der größere Zusammenhang zu dem, was hier entsteht.
Wenn du neu hier bist, ist vielleicht ein Blick auf den Startpunkt von Elbwisch interessant. Mein WARUM ist hier in meinem allerersten Blogbeitrag.
