Das Fledermausshirt „Libby“ von Pattydoo habe ich schon einmal genäht.
Grundsätzlich gefällt mir der Schnitt sehr gut. Mit dem V- Ausschnitt habe ich mich beim ersten Shirt allerdings schwergetan – der ist mir damals nicht gut gelungen.
Aber jetzt, nachdem ich kürzlich ein anderes Shirt mit einem wirklich schönen V-Ausschnitt genäht habe, dachte ich:
Das sollte doch diesmal kein Problem sein.
Eine kleine Änderung hatte ich mir trotzdem vorgenommen:
Die Ärmel waren mir beim ersten Shirt zu kurz, deshalb habe ich sie beim Zuschnitt direkt um 5 cm verlängert.
Ich holte also meinen Rippjersey hervor, den ich eigentlich für ein anderes Projekt vorgesehen hatte.
Mein zweites Shirt in Branding-Farben sollte also eine Libby werden.
Klassiker: zu wenig Stoff
Unerschrocken startete ich mit dem Zuschnitt – bis ich bei den Ärmeln ankam.
Zu wenig Stoff.
Fledermausärmel sind groß. Und ich Trottel hatte die Schnittteile nicht vorher probeweise aufgelegt, sondern gleich losgeschnitten.
Also erst einmal Zwangspause und einen Meter Stoff nachbestellt.
Glücklicherweise war der Stoff noch lieferbar.
Nachdem auch der nachgelieferte Stoff vorgewaschen und getrocknet war, konnte ich die Ärmel zuschneiden und endlich mit dem Nähen beginnen.
Der V-Ausschnitt – wieder eine Baustelle
Das Schwierigste an diesem Shirt ist eindeutig der V-Ausschnitt.
Das Bündchen ist sehr schmal und das exakte Einpassen der Spitze entsprechend fummelig.
Das Video-Tutorial zum Schnitt half ein wenig – und so schaffte ich es … irgendwie.
Leider sah es danach auch genau so aus: wellig und nicht wirklich akkurat.
Anprobe mit Schreckmoment
Nun erst einmal Anprobe.
Oh nein!
Der Ausschnitt war viel zu weit, beinahe rutschte mir das Shirt von der Schulter. So konnte es definitiv nicht bleiben.
Insgesamt fiel das Shirt sehr locker aus. Ich fragte mich, woher das kam – so üppig war meine erste Libby nicht gewesen.
Schon mein erstes Branding-Shirt, das Breton-Shirt, war sehr weit und der Ausschnitt lappig geworden.
Wie ich das dort gelöst habe, zeige ich hier im Blog und im YouTube-Video .
Rettung des Ausschnitts
Jetzt wurde also erst einmal dieser Ausschnitt gerettet.
Da ich dem recht dünnen Rippjersey kein stabiles Bündchen zutraute, griff ich auf einen farblich gut passenden Bündchenstoff aus meinem Vorrat zurück.
Die Bündchenbreite habe ich bewusst verdoppelt und mir zusätzlich noch einmal das Tutorial zum Shirt „Timea“ von Sewsimple angesehen.
Für mich ist das das verständlichste Tutorial zum Einnähen einer V-Ausschnitt-Spitze. Großes Lob an dieser Stelle!
Und siehe da:
Es klappte. Der Ausschnitt ist richtig gut geworden.
Die Ärmelbündchen habe ich ebenfalls aus dem Bündchenstoff zugeschnitten und angenäht.
Danach nur noch die Nähte absteppen, alles ordentlich bügeln – und fertig.
Jetzt ist das Shirt wirklich gelungen und gefällt mir richtig gut.
Mein Fazit
👉 Die Stoffwahl ist entscheidend.
Der Stoff hat einen enormen Einfluss darauf, wie ein Schnitt fällt und ob er am Ende funktioniert oder nicht.
Für mich steht fest:
Ich werde meine Stoffkäufe künftig dokumentieren – mit Lieferant, Pflegehinweisen, Artikelnummer, Preis und dem genähten Projekt.
Der digitale Teil kommt in eine Excel-Tabelle, damit alles sortier- und filterbar bleibt.
Zusätzlich soll ein Ausdruck mit Stoffprobe abgelegt werden … oder vielleicht doch ein Karteikasten?
Da bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Das Schnittmuster Libby von Pattydoo ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Lediglich die Bündchenbreite ist mir zu schmal – aber das lässt sich leicht anpassen.
