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Warum ich es liebe älter zu werden

Mein nächster runder Geburtstag naht. Zeit mal eine Zwischenbilanz zu ziehen. Schließlich ist es schon der 6. runde Geburtstag. Eine liebe Bekannte schaute mich kürzlich leicht mitleidig an, als ich erzählte dass ich in Kürze 60 werde. Ich habe ihr erklärt warum ich es liebe älter zu werden.

1. Ich jage hinter nichts mehr her

Als ich jünger war, waren so viele Dinge im Focus. Mann – Kind bekommen – Job – Anerkennung auf allen Ebenen wollen – Geld – Haus – Perfektion – nicht enttäuschen und natürlich nicht enttäuscht werden.
Ein voller Rucksack! Ein lieber Kollege riet mir irgendwann einmal: Du musst mal Sachen aus deinem Rucksack nehmen, sonst kannst du nicht voran kommen. Wie recht er hatte, habe ich erst später verstanden.
Wie heißt das schöne Lied? Es reist sich besser mit leichtem Gepäck.
So wahr! Mehr loslassen – das habe ich erst mit über 50 gelernt.

2. Die Gelassenheit des Alters

Viele Dinge triggern mich nicht mehr so. Ich gehe es eben gelassener an.
Mich stört es einfach nicht mehr wenn meine Schwiegereltern zu Besuch sind und die Fenster sind nicht geputzt.
Meine Welt bricht nicht zusammen, wenn mich jemand ganz offenbar nicht mag. Man kann nicht Jeden mögen – tue ich doch auch nicht.
Ich bleibe höflich auch wenn mein Gegenüber sich unmöglich (in meinen Augen) benimmt.

3. Respekt und Vertrauen habe ich mir aufgebaut

Respekt nicht im Sinne von: Alle haben Angst vor mir (hoffentlich nicht – es wäre unnötig). Ich mag es, wenn Kollegen, Bekannte und natürlich auch meine Tochter meinen Rat suchen und gerne von meiner Erfahrung profitieren. Das zeigt mir: Guck! Da hast du doch Einiges richtig gemacht. Das ist wirklich ein Gefühl dass mich sehr zufrieden macht.

4. Wissbegierig sein und sich noch Wissen dazu erarbeiten

Wenn ich etwas nicht weiß, dann fange ich an das Internet zu durchforsten.
Interessiert mich das Thema noch mehr, dann wird die KI befragt und mindestens ein Buch dazu gekauft. Das führt dann gelegentlich dazu, dass ich mehrere Bücher auf einmal in Arbeit habe. Da kommen wir dann wieder auf Punkt 2: Ich bleibe gelassen. Stück für Stück erarbeite ich mir, was ich wissen will. Sei es KI, bloggen, Hundeerziehung, Ernährung, Selbst-Coaching etc.
Nicht jedes Buch ein Hit und nicht jeder Versuch wird zu Ende geführt. Gelernt habe ich in jedem Fall. Vielleicht gehe ich auch eine Challenge zu einem Thema ein. Ich liebe es älter zu werden! In jungen Jahren hätte es mich wahnsinnig gemacht.

5. Persönliche Baustellen annehmen

Im Alter tun sich Baustellen auf? Ja – na klar, im Alter bekommt man gerne mal die Quittung für die Fails des Lebens. Jahrelang falsch ernährt? Na klar ist jetzt die Chance groß, dass der Körper den Quittungsblock zückt und dir die eine und die andere schlechte Gewohnheit um die Ohren haut.
Zu spät an den Baustellen (aka. schlechte Gewohnheiten) zu arbeiten? Durchaus nicht – ich lebe ja noch! Möglichst lange – möglichst lachend – möglichst mit einem wohligen Gefühl im Herzen.

Du siehst also, meine Liebe: Ich habe keine Angst vorm Altern. Das Leben leben – es gibt nur das Eine!
Ich liebe es älter zu werden, die Alternative dazu wäre „six feet under“.

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